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Menschsein

Mit Abscheu schau ich auf des Menschen Welt, angewidert von dessen Gier und Rachsucht, alles ausbeutend, was je geschaffen ward. Ein Geschenk weist er zurück, aber den Schenkenden nimmt er aus, ohne Rücksicht auf dessen Wohl und Leben.
Was ist das für ein Leben? Wir, die Menschen, haben es längst verlernt. Längst wissen wir nichts, trotz unserer Kenntnisse über Physik und Chemie, trotz Errungenschaften, die uns ermöglicht haben sogar die Schwerkraft zu überwinden und zu fliegen.
Mit jeder dieser Errungenschaften des Menschen haben wir das Menschsein verlernt und verleugnet. Alles haben wir aufgegeben, nur um der Gier zu folgen, dem Reichtum, der Macht. Werteverfall. Was ist aus dem Wert der Ehre geworden? Wir haben sie verloren, auch wenn wir geehrt werden, besitzen wir keinerlei Ehre. Wozu denn überhaupt Ehre anstreben, wenn alles schon verloren ist?
Nun sitz ich hier mir vor Augen stellend, was der Mensch ist. Nicht mehr als eine schwache Schattengestalt. Jedoch kämpfe ich gegen dieses Bild gegen seine Dummheit. Ich will es nicht wahr haben, ihm entfliehen. Den Menschen aufgeben, um dem Menschsein frei Bahn zu lassen, um den Geist zu befreien.
Ich sehne mich nach etwas, was unerreichbar ist.
Die Vergangenheit. Wie war sie doch schön, bevor wir aufhörten Mensch zu sein.
So wandele ich auf den wegen der Trauer - der Trauer nach der Vergangenheit – und finde die Einsamkeit des Abgrundes der Liebe als rettende Insel im tiefen Wasser.
Mein Schleier legt sich schwarz auf alles, was mir lieb ist, und erscheint als Segen und Requiem einer vergessenen Zeit. Der Schleier, wahrlich welch Segen, schließt mich aus von der Welt des Menschen, dem Parasiten, der sich auf die eiternde Wunde setzt und alles Leben aus seinem Opfer saugt. Genüsslich, hastig , schlingend und voller Hass.
Die Trauer, die letzte Hoffnung das Menschsein wieder zu entdecken, wieder Mensch zu werden.


Einsamkeit

Die Einsamkeit hat für mich und gewiss für sehr viele Menschen ein ganz wichtige Bedeutung. Sie ist Feind und Geliebter. Muse und Hass. Welch Schizophrenie liegt doch in diesem Wort. Alles scheint in ihre Unendlichkeit zu versinken.
Ich liebe es einsam zu sein. Allein. Abgeschieden von der gesamten Welt. Verschlossen in meinem Innern durch die Welt wandelnd nach etwas suchen, was uns alle von Tag zu Tag weiter treibt. Dies lässt uns jeden Morgen auf stehen und ein Leben führen, das von der Gesellschaft vorbestimmt und von Einsamkeit, Anonymität in die Verzweiflung getrieben wird. Erst einmal den Punkt der Verzweiflung erreicht, sehnt man sich nach Einsamkeit und Ruhe. An jenem Punkt blüht die Einsamkeit in uns auf, war sie doch vorher nur etwas, was uns begleitet hat, wird sie nun der Sinn.
Und immer weiter führt uns der Weg, ob allein oder zu zweit begleitet uns die Einsamkeit ständig, eine große Lehre in unserem Inneren ausfüllend.


Kälte.

Stille. Kälte. Nacht.
Einsamkeit umschleicht mich. Dringt leise in mich ein, zart und heimlich. Sie umgarnt mich mit ihrer selbst wie eine Spinne mit ihren Fäden.
Mir ist kalt und meine Haut ist schon lange kühl und bleich. Meine Glieder sind steif, dennoch verbreitet sich langsam eine Wärme in meinem Innersten beginnend.
Ich muss husten, aber es ist kaum noch ein Husten.
Alles tut mir weh.
Meine Glieder lassen sich kaum noch bewegen und die Luft schneidet in meiner Lunge.
Dunkelheit umschließt meinen Geist. Sie umklammert ihn und zerdrückt ihn wie in einem Schraubstock.
Plötzlich macht sich in mir ein Wille breit. Es ist der Wille auf zu stehen und weiter zu gehen. Ich bleibe liegen. Zu groß sind die Schmerzen, die mich gefangen haben.
Meine Lippen werden blau und mein Blick schweift ins Licht, ins Leere.


Zustand einer Seele

Keiner kann mich sehen oder hören.
Ich bin allein. Ich bin Mittelpunkt.
Alles ist, wie ich es mir vorstelle.
Es ist alles unvorstellbar für andere.
Wirre Gedanken aus einer fernen Welt.
Sie ist ferner als alles andere und doch so nah.
Keiner kann mich in dieser Welt sehen.
Keiner kann die Gedanken verstehen.
Alles ist klar und doch verschwommen.
Ich lasse niemanden in jene Welt einblicken.
Keiner kennt jene wirren Gedanken.
Diese Welt ist mein Innerstes, mein Selbst.
Keiner wird sie je entdecken.
Es ist keine Welt, die entdeckt werden kann.
Alles in dieser Welt ist nur für mich, für mich verständlich.
Es ist eine Welt die grenzenlos ist und dennoch begrenzt.
Ich kann ewig weit in ihr gehen und dennoch ihr nicht entfliehen.
Ich verstecke mich oft in ihr.
Schotte mich von der realen Welt ab.
Lebe in einer Welt, die weder Vergangenheit, noch Gegenwart, noch Zukunft kennt.
Alles in ihr ist unreal. Sie ist unreal. Sie ist meine Seele. Ich bin real.



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